Der Bildschirm

Seit unserer 2. Auflage 1999 haben sich die Flachbildschirme eindeutig am Markt durchgesetzt. Die allermeisten Computermonitore gehören inzwischen zu dieser Kategorie. Die früher noch vorhandenen Schwächen im Bereich der Farbtreue, Probleme bei der Wiedergabe bewegter Bilder sowie ein flaues Bild bei seitlichen Blickwinkeln sind heute kein Thema mehr, lediglich im Bereich professioneller Grafikbearbeitung haben Röhrenmonitore noch gewisse Vorteile. Im Büroalltag spielen sie bei Neuanschaffungen keine Rolle mehr.

Der Trend zu immer größeren Monitoren hat sich etwas verlangsamt, die gängigste Größe dürfte heute bei 17 Zoll liegen - wobei Flachbildschirme von 17 Zoll in etwa Röhrenmonitoren von 19 Zoll entsprechen. Bei Neuanschaffungen werden aber zunehmend 19-Zoll-Bildschirme gekauft.

Flachbildschirme

Beim Kauf ist zunächst zu überlegen, welches Format der neue Bildschirm haben soll. üblich ist das Format 4:3, aber es gibt, ebenso wie bei Notebooks, auch Geräte im Format 16:10.

Diese Breitbildschirme sind nicht nur zum Ansehen von Filmen besonders geeignet, sondern können je nach Art der Arbeit auch im Büro ihre Vorteile haben. Wer häufig mit mehreren nebeneinander geöffneten Fenstern arbeitet oder viel mit Tabellen zu tun hat, sollte darüber nachdenken, einen Monitor im Breitbildformat zu bevorzugen. Einem 19- oder 20-Zoll-Bildschirm im 4:3-Format entspricht bei gleicher Höhe ein Breitbildschirm mit etwa 22 Zoll.

Wer dagegen oft Texte schreibt oder liest, möchte u.U. lieber einen Monitor im Hochformat, um eine Seite des Textes komplett sehen zu können, ohne scrollen zu müssen. Es gibt einige Flachbildschirme, die sich entsprechend hochkant drehen lassen.

Auf jeden Fall sollte darauf geachtet werden, dass der Monitor höhenverstellbar ist (das wird von der TCO 03 heute gefordert) und hier vor allem, dass er tief genug eingestellt werden kann. Es gibt heute Bildschirme, die sich fast bis auf den Tisch herunterschieben lassen, was je nach Größe des Monitors ein Absenken des Schreibtisches ersetzen kann. In diesem Fall kann auch ein 19-Zoll-Bildschirm noch auf einem nicht abgesenkten Tisch ergonomisch sein!

Vor allem bei drehbaren Monitoren muss darauf geachtet werden, dass sich der Bildschirm sehr weit nach unten schieben lässt, da man sonst zu sehr nach oben sehen muss, was für den Nackenbereich Gift ist.

Weitere wichtige Eigenschaften, auf die beim Kauf eines Flachbildschirms besonders zu achten ist, sind vor allem ein möglichst hohes Kontrastverhältnis und ein guter Kontrast auch bei seitlichem Blickwinkel.

Röhrenmonitore

Am wichtigsten ist eine hohe Bildwiederholfrequenz des Monitors. Eine Bildwiederholfrequenz von 100 Hertz, d.h. das Bild wird 100mal in der Sekunde neu aufgebaut, sollte heute bei allen neu gekauften Monitoren möglich sein. Ob eine Darstellung wirklich flimmerfrei ist, kann man daran erkennen, dass sie auch im seitlichen Gesichtsfeld stabil bleibt. Man sieht bei diesem Test nicht direkt auf den Bildschirm, sondern auf einen Punkt unmittelbar daneben, da die Flimmerempfindlichkeit der äußeren Netzhautbereiche größer ist als die des Zentrums. Bei diesem Test muss ein heller Hintergrund eingestellt sein, da bei bunten Farben meist kein Flimmern zu erkennen ist. Wichtig ist nach dem Kauf eine optimale Einstellung des Monitors, denn standardmäßig sind die hohen Bildwiederholraten meist nicht eingestellt!

Wer sich nicht sicher ist, ob sein Monitor flimmerfrei ist oder nicht, kann sich im Gleichstellungsbüro oder beim betriebsärztlichen Dienst melden. Beide verfügen über Messgeräte zur Messung der Bildwiederholfrequenz.

Gemeinsame Anforderungen

Der Monitor muss ausreichend entspiegelt sein. Bei Röhrenmonitoren ist das in der Regel der Fall, bei Flachbildschirmen ebenfalls - eine Ausnahme machen hier oft die tragbaren Computer. Um sicher zu sein, dass ein neuer Monitor heutigen ergonomischen und ökologischen Anforderungen entspricht, sollte man auf Einhaltung der heute aktuellen Norm TCO 03 achten.

Helle Gehäusefarben sind dunkleren vorzuziehen, da auch hier sonst durch unnötige Leuchtdichtesprünge die Augen übermäßig belastet werden. Der Monitor muss auf einem flexiblen Sockel stehen, der ein Anpassen an Größe und verschiedene Sitzpositionen des Benutzers ermöglicht und vor allem ein Absenken des Monitors so weit wie möglich nach unten zulässt.

ähnlich wie der beste Stuhl nichts nützt, wenn er nicht optimal eingestellt wird, kann auch bei der Arbeit mit dem Bildschirm viel falsch gemacht werden. Wichtig sind besonders die folgenden Punkte:

Konventionelle Ansicht: oberste Bildzeile etwas unter Augenhöhe
Bei leicht nach unten gerichtetem Blick können sich die die Augen im Nahsichtbereich besser anpassen (dicke Linien = etwas weiter unten steht, darf näher heranrücken)
Der Bildschirm sollte also wesentlich tiefer stehen als bisher und entsprechend stärker geneigt sein, dann kann er auch etwas näher stehen.

Der Bildschirm sollte so geneigt sein, dass man etwa im rechten Winkel auf die Monitorfläche schaut. Unbedingt sollte darauf geachtet werden, dass die Arbeitsmittel, auf die man häufig im Wechsel blickt, also Monitor, Tastatur und Konzept in etwa den gleichen Abstand vom Benutzer haben, um einer vorzeitigen Ermüdung der Augen durch ständige Nah-/Fernanpassung vorzubeugen.

Nach aktuellen Erkenntnissen sollten große Monitor nach Möglichkeit tiefer stehen als die Tischfläche. (Siehe auch Seite 10) Aber auch ältere 15 Zoll Monitore sollten auf keinen Fall erhöht aufgestellt werden, sondern direkt auf dem Tisch. Die frühere Faustregel "oberste Bildzeile knapp unter Augenhöhe" gilt als überholt. Man sollte leicht nach unten sehen, so als ob man ein Buch lesen wollte.

Die Darstellung der Zeichen auf dem Bildschirm sollte möglichst "positiv" erfolgen, d.h. am gänstigsten sind schwarze Zeichen auf weißem Grund.

Da beim Konzept in der Regel ebenfalls schwarze Zeichen auf weißem Papier abgebildet sind, hat das Auge so nicht ständig und in kürzesten Zeitabständen Hell/Dunkel-Anpassungen vorzunehmen. Auch hier wären Augenbrennen, Augenermüdung usw. die Folge.

Die Aufstellung sollte so erfolgen, dass die Blickrichtung parallel zum Fenster verläuft, um Blendungen, Spiegelungen und große Helligkeitsunterschiede möglichst zu vermeiden.

 

 

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