Der Bürostuhl

Benutzer von Bildschirmgeräten klagen oft über Nacken- und Rückenschmerzen. Die Ursache dieser Beschwerden kann neben monotonen Arbeitsabläufen sowohl in der Auswahl von nicht funktionsgerechten Arbeitsstühlen als auch im falschen Sitzen liegen.

Der Bürostuhl ist das für die Körperhaltung wichtigste Arbeitsmöbel. Er muss hö­henverstellbar und drehbar sein und eine verstellbare Rückenlehne haben. Natür­lich muss er in jeder Stellung kippsicher sein.

Einige unserer Musterstühle zum Ausleihen:

Rohde-Grahl Balance
Wagner Alu Medic
Löffler Tango
Steelcase Please

Die Höhe der Sitzfläche sollte im Bereich zwischen 42 und 53 cm verstellbar sein. Der Stoß beim Hinsetzen muss gedämpft werden. Die Rückenlehne soll die Wirbel­säule in jeder Position abstützen und mindestens bis zur Mitte des Schulterblattes reichen. Wichtig ist eine sog. "nachführende Rücken­lehne", die der Bewegung auch bis in die vordere Sitzposition folgt. Sie ermöglicht das sog. "dyna­mische Sit­zen", das sehr wichtig für eine Entlastung der Wir­belsäule ist.

Im Bürobereich sollten unbedingt Armlehnen verwendet werden. Sie ermöglichen den Armen, eine Ruheposition einzunehmen und verringern die Belastung des Schulter-/Nackenbereichs. Um diesen Zweck zu erreichen, müssen sie höhenverstellbar sein und so kurz, dass man trotzdem mit dem Stuhl bis nahe an den Schreibtisch heranfahren kann. Nach unseren Erfahrungen mit den Musterstühlen lohnt sich der Aufpreis für gute Armlehnen auf jeden Fall!

Das Polstermaterial muss ausreichend durchlässig für Wasserdampf und Luft sein. Die Verstelleinrichtungen müssen bequem zu erreichen, leicht zu bedienen und gegen unbeabsichtigtes Auslösen gesichert sein.

Für einen heutigen Bürodrehstuhl sind mindestens fünf Rollen erforderlich, die in unbelastetem Zustand so gebremst sein müssen, dass der Stuhl nicht wegrollen kann, wenn man aufsteht. Es gibt unterschiedlich stark gebremste Rollen für glatte und textile Böden. Stuhlrollen für harte Böden, sogenannte Hartbodenrollen, haben eine weiche Ummantelung. Grundsätzlich gilt:  harter Fußbodenbelag = weiche Stuhlrollen (stark gebremst), weicher Teppichboden = harte Stuhlrollen (leicht gebremst). Hartbodenrollen sind immer zweifarbig, die Rollen für weiche Böden sind einfarbig.

Es gibt heute Stühle mit beweglicher Sitzfläche, die eine leichte Bewegung des Beckens und damit der Wirbelsäule in alle Richtungen ermöglicht. So werden die Bandscheiben ständig "ernährt". Wir halten u.a. Stühle mit drei verschiedenen Systemen von beweglichen Sitzflächen (Wagner, Löffler und Köhl) zum Ausprobieren und Ausleihen vor.

Zum richtigen Sitzen hier noch einige Tipps:

  • Verändern Sie häufig Ihre Sitzhaltung. Vermeiden Sie statisches Sitzen. Sitzen Sie bewegungsreich, also dynamisch.
  • Setzen Sie sich auf Ihrem Arbeitsstuhl soweit wie möglich nach hinten.
  • Stellen Sie die Rückenlehne so ein, dass Sie im Bereich der Lendenwirbel abge­stützt werden (etwa eine Handbreit über dem Sitz).
  • Stehen Sie öfter mal auf, stellen Sie Ordner außer Reichweite ab!

Die Sitzhöhe ist dann richtig eingestellt, wenn Ober- und Unterschenkel etwa ei­nen rechten Winkel bilden, die Füße flach aufstehen und der Unterarm bei hän­gendem Oberarm etwa waagerecht zur Tastatur bzw. Arbeitsfläche verläuft.

Achtung, Binsenweisheit: auch der beste ergonomisch gestaltete Drehstuhl nützt nur dann etwas, wenn er richtig eingestellt ist. Oft ist keine Neuanschaffung erforderlich, sondern lediglich richtiges Einstellen!

Ist der Schreibtisch nicht höhenverstellbar, so muss man bei dem Stuhl zuerst die optimale Sitzhöhe in Bezug auf den Tisch einstellen, d.h. den Stuhl so justieren, dass der Unterarm richtig aufliegt. Reichen die Füße dann nicht bis auf den Bo­den, so ist eine Fußstütze erforderlich. Bei höhenverstellbaren Tischen wird zuerst der Stuhl so eingestellt, dass die Füße locker auf dem Boden aufstehen können, ohne dass Druck auf die Unterschenkel ausgeübt wird, dann wird der Schreibtisch so eingestellt, dass der Unterarm locker aufliegt.

Übrigens: auch Stehen ist eine sinnvolle Alternative, Steh-Sitz-Schreibtische werden heute immer häufiger schon bei der Einrichtung von neuen Arbeitsplätzen angeschafft, sie sollten auf jeden Fall bei Rückenproblemen in Erwägung gezogen werden (fragen Sie den betriebsärztlichen Dienst).

Ganz wichtig ist: immer mal wieder aufstehen, herumgehen und/oder ein paar Gymnastikübungen machen! Je häufiger Sitzen, Stehen und Gehen abgewechselt werden, desto besser ist es für den Rücken, die Bandscheiben und auch für die Aufmerksamkeit bzw. die Leistungsfähigkeit! Auch dem RSI-Syndrom wird auf diese Weise vorgebeugt.

Ergonomische Stühle zum Ausleihen

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