Ein bisschen Medizin...

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Die meisten Gesundheitsprobleme bei sitzender Tätigkeit im Büro bereitet die Wirbelsäule. Um wirksam etwas für ihre Gesunderhaltung und Beweglichkeit tun zu können, muss man in etwa wissen, wie sie aufgebaut ist und wie sie "funktioniert".

Die Wirbelsäule besteht aus 24 beweglichen Wirbeln, nämlich 7 Hals-, 12 Brust- und 5 Lendenwirbeln sowie den unbeweglichen Kreuz- und Steißbeinwirbeln. Zwischen den beweglichen Wirbeln liegt jeweils eine Bandscheibe als "Puffer", die als Stoßdämpfer wirkt und gleichzeitig verhindert, dass die Wirbel bei jeder Bewegung schmerzhaft aneinander reiben.

Jede Bandscheibe besteht aus einem festen Faserring, der sie zwischen den Wirbeln fixiert, und einem weichen Gallertkern. Morgens kann eine ein­zige Bandscheibe bis zu 2 cm dick sein. Abends, durch die Belastung des Tages, ist sie dann etwas zusammengedrückt. Da wir insgesamt 23 Bandscheiben haben, kann man also abends etwas kleiner sein als morgens!

Ganz wichtig: Die Bandscheiben sind nicht an den Blutkreislauf angeschlossen. Sie verhalten sich wie ein Schwamm und saugen aus ihrer Umgebung Nährlösung auf und geben Schlacken wieder ab. Je intensiver sie entspannt und angespannt werden, desto besser funktioniert dieses Aufsaugen und Auspressen. Dieses Auf und Ab ist die Voraussetzung für guten Stoffwechsel der Bandscheiben und damit Garantie für schmerzfreie Beweglichkeit unseres Körpers. Erst durch das Alter, aber auch durch falsche Belastung und Anspannung, verlieren sie nach und nach ihre Elastizität. Besonders gefährdet sind die Bandscheiben der unteren Halswirbelsäule und der Lendenwirbelsäule.

Haltungsfehler, falsche Belastung und zu große Anspannung lassen sie schneller verschleißen. Der Faserring verliert teilweise seine Festigkeit, sodass der Gallert-Kern sich verlagern kann, er "fällt vor". Hierbei werden Nerven eingequetscht, die dann die heftigen Schmerzen hervorrufen. Infolgedessen verkrampft sich die Mus­kulatur in diesem Bereich und führt noch zusätzlich zu Schmerzen. Je nach Lage der Bandscheibe und Art der eingeklemmten Nerven entstehen die bekannten Symptome eines "Bandscheibenvorfalls", von "Hexenschuss" oder "Ischias". Wer einmal davon betroffen war, kann sicher sein, wieder daran zu erkranken, falls er nicht etwas dagegen unternimmt.

Besonders wichtig ist eine Stärkung der Rücken- und der Bauchmuskulatur, da diese die Wirbelsäule wie ein Korsett stützen und dadurch die Bandscheiben ent­lasten. Deshalb sollte man diese Muskelbereiche besonders trainieren. Es gibt bandscheibenfreundliche, aber auch bandscheibenbelastende Sportarten (vor al­lem bei unfachmännischem Training)! Auch ein entsprechender Stuhl kann hier hilfreich sein.

Bandscheiben-freundliche
Sportarten
  • Schwimmen
    (vor allem Rückenschwimmen)
  • Walken, Wandern
  • Radfahren
  • Laufen
  • Tanzen
  • Rückengymnastik
  • Skilanglauf
  • Reiten
  • Mini-Trampolin
  • Yoga
Bedingt bandscheiben-
freundliche Sportarten
  • Fußball
  • Völkerball
  • Handball
  • Volleyball
  • Basketball
  • Turnen
  • Tischtennis
  • Aerobic
  • Bergwandern
  • Bodybuilding
Bandscheiben-belastende
Sportarten
  • Kampfsportarten
  • Golf
  • Tennis
  • Skiabfahrtslauf
  • Rudern, Kanufahren
  • Windsurfen
  • Hockey
  • Squash
  • Trampolin
  • Mountainbike
  • Zumba


Das Sportinstitut der TUC bietet, z.T. in Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro, Kurse an, die sich zum Ausgleich der Bildschirmarbeit eignen. Informationen zu diesen Kursen gibt es im Sportinstitut.

 

Die nachfolgenden Lockerungsübungen fürs Büro sollte man möglichst oft zwischendurch machen, spätestens nach einer Stunde Bildschirmarbeit.

Das Trainingsprogramm für zu Hause ist für Menschen, die im Büro arbeiten und gegenwärtig schmerzfrei sind, zum täglichen Training entwickelt worden. Die Gymnastik stabilisiert die Wirbelsäule, schont die Gelenke und wirkt sofort gegen Verspannungen.

Wenn Sie unsicher sind, ob bzw. welche Gymnastik für Sie günstig ist, fragen Sie am besten Ihren Hausarzt oder unseren betriebsärztlichen Dienst.

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