Bereits zum fünfzehnten Mal fand in diesem Jahr vom 17.10. bis 21.10.2011 das Schnupperstudium für Schülerinnen statt. Insgesamt 28 Schülerinnen kamen aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg in den Oberharz und opferten eine knappe Woche ihrer Herbstferien, um sich über verschiedene Studiengänge und die TU Clausthal als möglichen Studienort zu informieren.
Betreut wurden die Schülerinnen während ihres Aufenthaltes in Clausthal von acht Tutorinnen, selbst Studentinnen aus den verschiedensten Fachrichtungen, die die Schülerinnen zu den Vorlesungen und Praktika begleiteten und rund um die Uhr zur Verfügung standen.
Viele Schülerinnen hatten schon bei der Anmeldung Studiengänge angegeben, die sie in die engere Wahl gezogen hatten - meist gleich mehrere, über die sie sich ausführlich informieren wollten. Viele Mädchen reisten bereits am Sonntag an und konnten so bei einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant mit den Tutorinnen einen ersten Eindruck von Clausthal und den anderen Teilnehmerinnen gewinnen.
Untergebracht waren die Teilnehmerinnen in Clausthal in der Bildungsstätte der Sportjugend Niedersachsen und in einem privat geführten Gästehaus.
Am Montag, nachdem auch die übrigen Schülerinnen angereist waren, ging es dann richtig los: zunächst erhielt jede eine umfangreiche Mappe mit dem vorgesehenen Programm sowie weiteren nützlichen Informationen wie zum Beispiel dem Speiseplan der Mensa, dem Sportprogramm des Sportinstitutes der TU Clausthal sowie dem Erstsemester-Infoheft „TU Campus Start“ des allgemeinen Studierendenausschusses (AStA). Die Tutorinnen, die die ganze Woche zur Betreuung und zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung standen, stellten sich vor und lernten "ihre" Gruppen kennen. Danach ging's erst mal in die Mensa zum Mittagessen.
Am Nachmittag erfolgte die offizielle Begrüßung durch die hauptamtliche Vizepräsidentin Frau Dr. Schwarz im renovierten Audimax. Zum Einstimmen auf den Ort Clausthal-Zellerfeld und dessen Geschichte wurde danach das Bergwerksmuseum in Zellerfeld besucht, wo bei einer Grubenfahrt die Entwicklung des Bergbaus im Harz nachempfunden werden konnte.
Der Abend wurde, wie an allen Tagen der Woche, mit tatkräftiger Beratung und Organisation durch die begleitenden Tutorinnen in Absprache mit den Schülerinnen individuell und spontan gestaltet. So wurde am Montagabend ein gemeinsamer DVD-Abend samt Großbestellung beim örtlichen Pizza- und Dönerlieferanten verbracht - im Verlauf der Woche kam das Feiern natürlich auch nicht zu kurz. Des Weiteren bestand an einigen Abenden der Woche die Möglichkeit, am aktuellen Sportangebot des Sportinstituts teilzunehmen.
Am Dienstag wurde eine Mathematik-Vorlesung besucht, die für die aktuellen Erstsemester an der TU Clausthal angeboten wird. Anschließend wurden Praktika aus den verschiedensten Bereichen besucht (siehe Stundenplan). Die Schülerinnen hatten die Möglichkeit, sich vorher online für die gewünschten Praktika anzumelden. Hierzu hatte jede Schülerin vorher ein Passwort erhalten, um sich auf der Anmeldeseite einloggen zu können. Auf diese Weise konnten sich die Teilnehmerinnen ihre Praktika nach Wunsch zusammenstellen.
Während die Vormittage den Vorlesungen und Praktika vorbehalten waren, boten die Nachmittagsveranstaltungen weitergehende Informationsmöglichkeiten.
Am Dienstagnachmittag wurde eine Vortragsveranstaltung mit Professoren aus den verschiedenen Fakultäten der Universität und mit der Firma Otto Bock aus Duderstadt angeboten, bei denen die an der TU Clausthal angebotenen Bachelor- und Master-Studiengänge vorgestellt wurden. Hierbei wurde vor allem auf die in der Anmeldung angegebenen Studienwünsche eingegangen. Die Vorträge richteten sich insbesondere auf den Studienverlauf, die Berufsfelder und die aktuelle Arbeitsmarktsituation.
Am Mittwochmorgen fand die „Go Out“ – Auslandsinformation statt. Dort stellten sowohl drei Studierende der TU Clausthal ihren Auslandsaufenthalt als auch eine mexikanische Praktikantin ihren Aufenthalt in Deutschland vor und die Schülerinnen konnten den Vortragenden sowie zwei Mitarbeiterinnen des akademischen Auslandsamtes Fragen zu Organisation, Finanzierung und Erfahrungen stellen.
Die schon seit Jahren immer wieder beliebte Gesprächsrunde fand am Mittwochnachmittag im Plenum der Aula statt. Hier waren von den verschiedensten Fachrichtungen Studienfachberater, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Professorinnen und Professoren sowie Studierende eingeladen, die den Schülerinnen mehrere Stunden für Fragen zur Verfügung standen. Hier wurden bei Kaffee und Kuchen teilweise sehr detaillierte Fragen zum Studienablauf oder Voraussetzungen zu verschiedenen Studiengängen gestellt. Aber auch Fragen zu Auslandsaufenthalten sowie den Praktikumsmöglichkeiten wurden intensiv diskutiert.
Am Donnerstagnachmittag gab es wie jedes Jahr die Gelegenheit, sich selbst Institute nach eigener Wahl anzusehen oder Gespräche zu führen. Die Tutorinnen hatten nach Absprache mit den Ansprechpartnern im jeweiligen Institut eine Führung beziehungsweise ein Gespräch vereinbart und die Schülerinnen dorthin begleitet. Dieses Angebot wurde auch diesmal wieder ausgiebig genutzt, so dass am Ende der Schnupperwoche wohl fürs Erste nicht mehr allzu viele Fragen übrig blieben.
Am späten Donnerstagnachmittag unternahmen die Schülerinnen samt Tutorinnen eine Exkursion zur Besichtigung der Bauwerke des Oberharzer Wasserregales, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Diese begann einführend mit einer Ausstellung auf dem Gelände des historischen Kaiser-Wilhelm-Schachtes. Anschließend wurde zu den Pfauenteichen gewandert, wo alle mit Helm, Geleucht, Regenmantel und Gummistiefeln ausgestattet wurden, um den unterirdischen Wasserlauf der „Dorotheer Rösche“ zu befahren. Nach der faszinierenden und lehrreichen dreistündigen Führung fiel die individuelle Abendgestaltung eher ruhig aus.
Am Freitag bei der Abschlussbesprechung konnte jede Schülerin ihre Meinung und Kritik zur Schnupperwoche loswerden. Das Ergebnis war sehr erfreulich: die Schülerinnen waren einhellig der Meinung, von der Woche viel profitiert zu haben und nun in Bezug auf ihre persönliche Berufswahl ein ganzes Stück weiter gekommen zu sein. Manche wurden in ihren Überlegungen bestätigt, andere erhielten ganz neue Anregungen - auf jeden Fall hatten alle den Kopf voller Informationen und neuen Ideen, die zu Hause erst mal berichtet und diskutiert werden wollen! Vereinzelte Kritik konnte und sollte den positiven Gesamteindruck nicht trüben.
Viele stellten bereits fest: "Wir kommen wieder!"
Zum Abschluss erhielten die Organisatorinnen und vor allem die unermüdlich im Einsatz gewesenen Tutorinnen ein großes Dankeschön.
Zum Schluss noch ein bisschen Statistik:
Vor dem Schnupperstudium konnten sich nur vier Schülerinnen vorstellen, im Oberharz zu studieren. Danach waren es 17! 53% der Schülerinnen gaben an, sehr in ihren Studienwünschen bestärkt worden zu sein, während 23% der Teilnehmerinnen ganz neue Ideen bekommen haben und nun weitere Studiengänge in Betracht ziehen.
Fazit: Gerade in den Ingenieurstudiengängen und den Naturwissenschaften gibt es nach wie vor ein Informationsdefizit an den Schulen. Die Schülerinnen (und natürlich auch Schüler) können sich oft nichts unter den verschiedenen Namen von Studiengängen vorstellen. Hier hilft nur intensive Information, am besten wie hier vor Ort - aufwändig, nicht nur für uns, sondern auch für die Teilnehmerinnen, die einen Teil ihrer Herbstferien oder eine Woche Unterricht opfern, aber die beste Möglichkeit, sich rechtzeitig für das richtige Studium zu entscheiden.