1. Quartal
Berichtszeitraum (01. Januar 2026 bis 31. März 2026)
Gleichstellungsarbeit
Unser Mentoring-Programm WiMINToring für Studentinnen startete nach Ostern in ihrem dritten Durchlauf mit zwei digitale Vorbereitungstermine für die Mentorinnen und für die Mentees. Beide Termine haben dazu beigetragen, Mentorinnen und Mentees gezielt auf ihre Rolle vorzubereiten und eine gute Grundlage für einen erfolgreichen Mentoring-Prozess zu schaffen.
Die feierliche Auftaktveranstaltung fand am Freitag, den 17. April 2026 statt. Nach einem Grußwort des Vizepräsidenten für Internationales und Chancengleichheit, Prof. Thomas Ulrich, wurden Ziele und Ablauf des Programms vorgestellt, die Mentoring-Tandems bekanntgegeben und Mentees und Mentorinnen einander vorgestellt. Anschließend nutzten die Teilnehmerinnen die Gelegenheit zum ersten Austausch.
Das Programm verzeichnet einen durchgängig hohen Bedarf: Jeder Durchgang war bisher vollständig ausgebucht, was die Relevanz und Wirksamkeit des Angebots deutlich zeigt. Im aktuellen Zyklus standen 10 Plätze zur Verfügung, auf die sich 15 Studentinnen beworben haben; im Rahmen der vorhandenen Ressourcen haben wir alles getan, um möglichst vielen eine Teilnahme zu ermöglichen.
Das Mentoring-Programm ist bewusst als individuelles und exklusives Format konzipiert, mit intensiver Begleitung, maßgeschneiderter Förderung und einem hochwertigen Rahmenprogramm. Für die TU Clausthal bedeutet dies eine klare Qualitätssteigerung in der Förderung und Karriereentwicklung von Studentinnen, mit dem Ziel, mehr Frauen gezielt auf Fach- und Führungspositionen vorzubereiten und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der Universität im Kampf um zukünftige Studentinnen zu stärken.
Am 13. März 2026 fand der erste Netzwerkabend unseres Frauennetzwerks „Women&Science TU Clausthal“ unter dem Titel „Damals war’s: Professorin werden – 50 Jahre Mut, Ausdauer und Weitblick“ statt.
Zu Gast war Prof. Dr.-Ing. Elisabeth Dennert-Möller, eine Alumna der TU Clausthal, die von 1969 bis 1975 an unserer Universität Mathematik studiert hat. 1992 wurde sie als Professorin für Informatik an die Hochschule Emden/Leer berufen; später wechselte sie an die Hochschule Hannover, an der sie bis zu ihrer Emeritierung tätig war. In ihrem Vortrag schilderte sie eindrucksvoll den Weg zur Professur für eine Frau vor 50 Jahren: seltene weibliche Rollenvorbilder, strukturelle Hürden in männlich dominierten Fächern wie Mathematik und Informatik sowie die Herausforderung, wissenschaftliche Karriere, Familie und Engagement zu verbinden. Ihr Lebensweg steht exemplarisch für eine Generation von Wissenschaftlerinnen, die sich in Strukturen behaupten mussten, in denen Frauen kaum vorgesehen waren – mit Wirkung bis in die heutige Unterrepräsentanz von Frauen in MINT-Fächern.
Beim anschließenden Buffet nutzten die Teilnehmerinnen die Gelegenheit zum Austausch, zur Vernetzung und zur Diskussion aktueller Fragen rund um Karrierewege und Rahmenbedingungen für Frauen in der Wissenschaft. Der Abend setzte ein starkes Zeichen für die Bedeutung von Sichtbarkeit und Vernetzung von Wissenschaftlerinnen.
Am 23. Januar 2026 fand ein praxisorientierter Workshop mit dem Titel „Grenzen setzen im Alltag - souverän bleiben in jeder Situation“ für alle alle Studierenden statt. Ziel des Workshops war es, Studierende für sexistische oder diskriminierende Alltagssituationen zu sensibilisieren und ihre Handlungssicherheit zu stärken. In einem geschützten und vertrauensvollen Rahmen erlernten die Teilnehmenden Strategien, um in herausfordernden Situationen klar, respektvoll und souverän zu handeln. Damit leistete der Workshop zugleich einen Beitrag zur Antidiskriminierungsarbeit an unserer Universität.
Die Abschlussveranstaltung des Durchgangs 2025/26 des Niedersachsen-Technikums fand am 25. Februar 2026 statt. Im Rahmen der Veranstaltung präsentieren die beiden Technikantinnen unter anderem ihre Projekte, die sie während ihres praktischen Teils des Programms in den Unternehmen entwickelt haben.
An dieser Stelle möchte ich mich – auch im Namen von Nina Bredereck, der Koordinatorin des Niedersachsen-Technikums an unserer Universität – ausdrücklich bei allen Beteiligten bedanken, die dieses vielseitige und wertvolle Programm für die Technikantinnen an der TU Clausthal möglich gemacht haben.
Anlässlich des Internationalen Tages der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft am 11. Februar veranstalteten das Gleichstellungsbüro gemeinsam mit der Graduiertenakademie am 10. Februar 2026 einen Kino- und Diskussionsabend im Kellerclub. Im Mittelpunkt stand der mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilm „Picture a Scientist“, der strukturelle Ungleichheiten, Diskriminierungserfahrungen und Hürden für Frauen in der Wissenschaft eindrücklich sichtbar macht und zugleich die Bedeutung von Solidarität, Netzwerken und institutionellen Veränderungen für mehr Chancengerechtigkeit hervorhebt. Im Anschluss diskutierten auf einem Podium unter der Moderation von Prof. Heike Schenk-Mathes Professor:innen (Prof. Ines Hauer, Prof. Uwe Wolfram) und Wissenschaftlerinnen (Lena Sophie Wohlert, Priv.-Doz. Dr. Ulrike Willer) der TU Clausthal sowie als externe Expertin die Gleichstellungsbeauftragte der TU Braunschweig, Dipl.-Ing. Ulrike Wrobel.
Einigkeit bestand darin, dass es für mehr Geschlechtergerechtigkeit insbesondere struktureller Veränderungen, starker Vorbilder, vertrauensvoller Netzwerke und des Muts bedarf, Ungerechtigkeiten klar zu benennen. Der Abend war geprägt von intensivem Austausch, zahlreichen Fragen aus dem Publikum und der Möglichkeit zur Vernetzung in offener, konstruktiver Atmosphäre.
Diversity-Management
In den Jahren 2020 bis 2023 hat die TU Clausthal erfolgreich den Auditierungsprozess im Diversity-Audit „Vielfalt gestalten“ des Stifterverbandes durchlaufen. Als Anerkennung für diese Leistung wurde unserer Universität am 14. Februar 2023 feierlich das Zertifikat „Vielfalt gestalten“ verliehen, das an der Seitenwand im historischen Eingang angebracht ist.
Das Zertifikat ist für drei Jahre gültig und läuft im Jahr 2026 aus. Daher wurde im Jahr 2025 das Re-Audit-Verfahren eingeleitet, um die bisherigen Entwicklungen zu reflektieren und die nächsten strategischen Schritte für die Zukunft der TU Clausthal gemeinsam zu gestalten.
Eine zentrale Maßnahme im Re-Audit ist die Erarbeitung eines Schutz- und Handlungskonzepts gegen Diskriminierung und sexuelle Belästigung, das auch in der Zielvereinbarung 2025–2026 mit dem Land Niedersachsen verankert ist. Zur Initiierung dieses Prozesses fand am 5. Februar 2026 der Auftakttermin mit dem Lenkungskreis Diversity statt.
Darüber hinaus möchten wir Sie bitten, sich Donnerstag, den 12. November 2026, bereits jetzt als ganztägigen Termin für die Audit-Begutachtung vorzumerken. An diesem Tag werden Vertreter:innen des Stifterverbandes sowie die Auditor:innen unsere Universität besuchen. Bitte blockieren Sie diesen Termin verbindlich in Ihrem Kalender.
In der Zielvereinbarung 2025–2026 mit dem Land Niedersachsen ist die TU Clausthal verpflichtet, sich aktiv an der Dialoginitiative „Geschlechtergerechte Hochschulkultur“ zu beteiligen. Diese Verpflichtung hat die Universität in hohem Maße erfüllt: Prof. Heike Schenk-Mathes, Vizepräsidentin für Gleichstellung, Internationales und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, und Dr. Natalia Schaffel-Mancini, zentrale Gleichstellungsbeauftragte, wirkten kontinuierlich in den Formaten der Dialoginitiative mit. Ergänzt wurde dieses Engagement durch dezentrale Gleichstellungsbeauftragte und weitere Gleichstellungsakteurinnen der TUC, die regelmäßig an Workshops und der Jahrestagung teilnahmen. Prof. Schenk-Mathes brachte sich zudem im Beirat der Dialoginitiative besonders intensiv in die inhaltliche und konzeptionelle Weiterentwicklung ein. Damit erfüllte die TUC die Vorgabe einer engagierten und sichtbaren Beteiligung in zentralen und dezentralen Strukturen in hohem Maße.
Vor diesem Hintergrund nahmen Prof. Schenk-Mathes und Dr. Schaffel-Mancini an der Tagung der 4. Dialoginitiative „Geschlechtergerechte Hochschulkultur“ unter dem Titel „Vom Wissen zum Handeln – Wege zu intersektionaler Gleichstellungspolitik“ teil, die am 26. und 27. Februar 2026 in der Aula im Schloss der Universität Osnabrück stattfand. Die Tagung wurde von MWK, Landeshochschulkonferenz (LHK) und Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen in Niedersachsen (lakog) gemeinsam getragen.
Familienservice
Seit dem vergangenen Jahr fand an der TU Clausthal regelmäßig ein Eltern-Kind-Treffen einmal pro Quartal statt. Diese Treffen bieten werdenden und jungen Eltern die Möglichkeit, sich zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen und Fragen an den Familienservice oder die Sozialberatungsstelle des Studierendenwerks zu richten. Das nächste Treffen fand am Nachmittag des 20. Februar 2026 in den Räumen der Großtagespflege Uni-Luchse statt. Im Mittelpunkt steht das Thema „Netzwerk und gegenseitige Unterstützung“.
Weitere drei Treffen im Jahr 2026 sind bereits geplant, sodass Eltern kontinuierlich Gelegenheit haben, sich auszutauschen, Informationen zu erhalten und wertvolle Kontakte zu knüpfen. Die Angebote richten sich ausdrücklich auch an internationale Familien, um deren Integration und Vernetzung an der Universität zu fördern.
In der ersten Woche der Osterferien fand vom 23. bis 27. März 2026 die Kinder-Oster-Uni statt. Der Familienservice der TU Clausthal bot wie immer gemeinsam mit der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld ein spannendes Ferienbetreuungsangebot für Kinder im Grundschulalter an. Täglich von 8:00 bis 14:00 Uhr erlebten die Kinder im Jugendraum der Stadt Clausthal-Zellerfeld ein abwechslungsreiches Programm aus Experimenten, Bastelaktionen, Spielen und Bewegungsangeboten. Die Woche war vollständig ausgebucht – ein deutliches Zeichen für den hohen Bedarf und die große Resonanz. Neben der verlässlichen Ferienbetreuung wurde so auch die frühzeitige Begegnung von Kindern mit der TU Clausthal und ihren Fachrichtungen weiter gestärkt.
In den Randwochen der Sommerferien wird die Kinder-Sommer-Uni fortgeführt. Die Angebote bieten eine abwechslungsreiche Mischung aus Workshops, Sport, Spielen und kreativen Aktivitäten. Wir bedanken uns herzlich bei allen Instituten und Einrichtungen der TU Clausthal, die mit ihren Beiträgen und ihrem Engagement zum Gelingen der Programme beitragen.