4. Quartal
Berichtszeitraum 01. Oktober - 31. Dezember 2025
Gleichstellungsarbeit
Am 14. November 2025 fand der feierliche Abschluss des Mentoring-Programms WiMINToring für Nachwuchswissenschaftlerinnen statt. Die Veranstaltung begann mit einer Endevaluation des Programms. Die Rückmeldungen der Mentees und Mentorinnen fielen durchweg sehr positiv aus. Besonders hervorgehoben wurden die gewonnene Klarheit in Bezug auf individuelle Karriereziele, die Stärkung des professionellen Selbstverständnisses sowie der Ausbau persönlicher Handlungssicherheit im Wissenschaftssystem.
Ein besonderes Zeichen der Wertschätzung setzte die Begrüßung durch unseren hauptberuflichen Vizepräsidenten Herr Müller-Bahns, der im Namen des Präsidiums an der Veranstaltung teilnahm. In seiner Ansprache unterstrich er die zentrale Bedeutung des Mentoring-Programms im Kontext der Gleichstellungsarbeit der TU Clausthal.
Das Mentoring-Programm leistet damit einen nachhaltigen Beitrag zur Förderung von Wissenschaftlerinnen in frühen Karrierephasen an der TU Clausthal und stärkt zugleich deren Vernetzung, Sichtbarkeit sowie langfristige berufliche Entwicklungsperspektiven unserer Wissenschaftlerinnen.
Am 5. Dezember 2025 fand im Rahmen des Frauennetzwerks Women&Science der TU Clausthal ein Netzwerkabend zum Thema „Neurodiversität am Arbeitsplatz – zwischen Anpassungsdruck, Potenzialen und struktureller Inklusion“ statt. Die Veranstaltung griff ein zunehmend relevantes Thema der Hochschul- und Arbeitswelt auf und leistete einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung für neurodiverse Perspektiven in Wissenschaft und Arbeitswelt.
Im Mittelpunkt standen die besonderen Herausforderungen, mit denen neurodiverse Wissenschaftler:innen und Beschäftigte an Hochschulen konfrontiert sind, darunter Kommunikationsmissverständnisse, strukturelle Barrieren sowie ein häufig unzureichendes Bewusstsein für unterschiedliche Arbeits- und Denkweisen.
Besonders eindrücklich war der Beitrag der Referentin Stephanie Wolf, die das Thema nicht nur aus fachlicher und wissenschaftlicher Perspektive beleuchtete, sondern ihre Ausführungen durch autobiografische Einblicke ergänzte. Diese persönliche Dimension verlieh der Veranstaltung eine besondere Tiefe und emotionale Wirkung und trug maßgeblich zur Sensibilisierung der Teilnehmenden bei.
Auch in diesem Jahr fand an der TU Clausthal wieder das beliebte Schnupperstudium für Schülerinnen statt – ein besonderes Angebot, das Schülerinnen die Möglichkeit bietet, das studentische Leben und den Studienalltag hautnah zu erleben. Zehn Teilnehmerinnen nutzten die Gelegenheit, hinter die Kulissen der Universität zu blicken und verschiedene Studiengänge, Einrichtungen und Aktivitäten kennenzulernen.
Das Programm war abwechslungsreich und praxisnah gestaltet: Neben spannenden Einblicken in die Universitätsbibliothek, den Hochschulsport, die Mensa, das Studierendenwerk und den AStA konnten die Schülerinnen ihre individuellen Interessen vertiefen. Ein zentraler Bestandteil war der Workshop „Wie finde ich das passende Studium für meine Interessen?“, der den Teilnehmerinnen half, ihre persönlichen Stärken und Ziele zu reflektieren und mögliche Studienrichtungen besser einzuordnen.
Auch das Abendprogramm sorgte für Begeisterung und bot viele Gelegenheiten, sich in lockerer Atmosphäre auszutauschen. Ob bei gemeinsamen Spaziergängen, sportlichen Aktivitäten, studentischen Feierlichkeiten oder einem gemütlichen Spieleabend – das Miteinander stand stets im Mittelpunkt.
Darüber hinaus waren ausgewählte Veranstaltungen der Welcome Weeks, darunter die TUC-Startmesse und der Hochschulsporttag, Teil des Programms. So konnten die Schülerinnen direkt in das lebendige Campusleben eintauchen und erste Kontakte zu Studierenden und Lehrenden knüpfen.
Begleitet wurde das Schnupperstudium – wie in den vergangenen Jahren – durch eine Evaluation, um das Angebot weiterzuentwickeln und noch stärker an den Bedürfnissen der Schülerinnen auszurichten.
Ein herzlicher Dank gilt allen, die zum Gelingen des Schnupperstudiums 2025 beigetragen haben.
Am Freitag, den 28. November 2025 fand auf unserem Sportgelände der fünfte Frauensporttag an der TU Clausthal statt, der vom des Kreissportbundes Goslar finanziert wird und in Kooperation mit den Gleichstellungsbeauftragten der Region organisiert wurde. Insgesamt nahmen rund 50 Frauen an der Veranstaltung teil.
Die Teilnehmerinnen hatten die Möglichkeit, unterschiedliche Bewegungs- und Gesundheitsangebote kennenzulernen und aktiv auszuprobieren. Ziel der Veranstaltung war es, den Stellenwert gemeinschaftlicher Bewegungs- und Gesundheitsangebote nicht nur für das persönliche Wohlbefinden, sondern auch für die Förderung von Leistungsfähigkeit, Stressbewältigung und gesundheitlicher Prävention im Arbeitsalltag zu verdeutlichen. Gleichzeitig bot der Frauensporttag eine Gelegenheit zur Vernetzung und setzte ein sichtbares Zeichen dafür, dass Gleichstellung auch im Sport ein wichtiges Thema ist.
Das Gleichstellungsbüro hat sich auch beim diesjährigen Gesundheitstag aktiv eingebracht und den Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in gesundes Arbeiten am Bildschirmarbeitsplatz geboten. Unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ konnten Besucher:innen an unserem Stand die Prinzipien ergonomischen Arbeitens direkt erleben und praktisch ausprobieren. Zudem bestand die Möglichkeit, unterschiedliche Bildschirmarbeitsplätze zu testen und die Umsetzung ergonomischer Maßnahmen im Arbeitsalltag besser zu verstehen.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Augengesundheit in der digitalen Arbeitswelt. Im Vortrag „Gesunde Augen in der digitalen Welt“ von Annett Panterodt aus dem Gleichstellungsbüro wurden zentrale Tipps und Strategien vermittelt, wie Belastungen durch Bildschirmarbeit reduziert und die langfristige Sehgesundheit gefördert werden können.
Am 7. November 2025 fand ein Online-Workshop zum Thema „Körpersprache – berufliche Kommunikation und Gesprächsführung erfolgreich gestalten“ statt. Das Angebot richtete sich insbesondere an Frauen aus dem nichtwissenschaftlichen Bereich, die neue Techniken unmittelbar erproben, ihre eigenen Stärken reflektieren und praxisnahe Strategien für den Berufsalltag entwickeln wollten. Ein besonderer Schwerpunkt lag darauf, die persönliche Präsenz zu stärken und Kommunikationssituationen selbstbewusst sowie authentisch zu gestalten.
Im Rahmen des Niedersachsen-Technikums haben wir in diesem Jahr erfolgreich engere Kooperationen mit der Universität und Hochschule Hannover sowie der TU Braunschweig ausgebaut. Diese Synergieeffekte ermöglichen es, dass die Technikantinnen der anderen Hochschulen auch die TU Clausthal kennenlernen. Gleichzeitig können Kosten eingespart und Ressourcen effizienter genutzt werden.
Unsere Technikantinnen befinden sich nun in der finalen Phase des Projektes. In der Abschlussveranstaltung, die für Ende Februar 2026 geplant ist, werden sie die Ergebnisse und Erkenntnisse präsentieren, die sie während dieser intensiven Projektphase gewonnen hatten.
Diversity-Management
Eine zentrale Maßnahme im Re-Audit „Vielfalt gestalten“ ist die Entwicklung eines Schutz- und Handlungskonzeptes gegen Diskriminierung und sexuelle Belästigung. Dieses Vorhaben ist zudem in der Zielvereinbarung 2025–2026 mit dem Land Niedersachsen verankert. Zur Initiierung dieses Prozesses sowie zur Vorstellung des Re-Audit-Verfahrens ist für den 5. Februar 2026 ein erstes Treffen mit dem Lenkungskreis Diversity vorgesehen.
Darüber hinaus steht der Termin für die Audit-Begutachtung durch Vertreter:innen des Stifterverbandes sowie die Auditor:innen bereits fest: Diese wird am Donnerstag, den 12. November 2026, ganztägig stattfinden.
Familienservice
Auch in diesem Jahr wurde im Rahmen der akademischen Feierstunde der Förderpreis für herausragende wissenschaftliche und studentische Leistungen während der Familienphase verliehen. Dieser Preis unterstreicht die große Bedeutung der Vereinbarkeit von Beruf oder Studium und Familie an unserer Universität und wird jährlich vergeben. In diesem Jahr ehrte das Auswahlgremium Herrn Nordmeyer mit diesem Preis geehrt. Herr Nordmeyer überzeugte durch sein außergewöhnliches Engagement und seine bemerkenswerte Zielstrebigkeit bei der Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Qualifikation. Trotz erheblicher familiärer und gesundheitlicher Herausforderungen gelang es ihm, seine Dissertation erfolgreich abzuschließen und mit Auszeichnung zu verteidigen. Während der akademischen Feierstunde wurde wieder eine flexible Kinderbetreuung angeboten, die von den Eltern sehr gut genutzt wurde.
Im Wintersemester 2025/26 wird die erfolgreiche Online-Veranstaltungsreihe „Pflege im Fokus“ zum zweiten Mal angeboten. In Kooperation mit den Familienservicebüros der Hochschulen in Niedersachsen sowie Bremen finden neun Vorträge, die sowohl an Studierende als auch an die Beschäftigte adressiert sind. Die Zusammenarbeit über die Hochschulen hinweg ermöglicht wertvolle Synergieeffekte, um Pflege- und Betreuungsfragen gebündelt anzubieten und zu finanzieren. Die Reihe bietet umfassende Informationen und praxisnahe Unterstützungsmöglichkeiten für die Vereinbarkeit von Pflege, Beruf und Studium.
Am 15. November 2025 fand an der TU Clausthal der „Erste Hilfe am Kind“ Kurs statt. Die Veranstaltung richtete sich in erster Linie an Angehörige der Universität und deren Partner:innen, aber auch an studentische Hilfskräfte, die bei den Ferienprogrammen unterstützen. Sie bot die Möglichkeit, sich gezielt auf Notfallsituationen mit Säuglingen und Kindern vorzubereiten. Der Lehrgang findet regelmäßig einmal im Jahr statt, ist sehr beliebt und stets ausgebucht. Bei hoher Nachfrage wird er teilweise sogar zweimal im Jahr angeboten.
Am 19. November 2025, dem Internationalen Männertag, fand an der TU Clausthal ein digitaler Vortrag zum Thema „Familienarbeit & Mental Load fair teilen“ statt. Ziel war es, Wege zu einer gerechten Aufteilung der Familienarbeit zwischen Partner:innen aufzuzeigen. Das Thema ist ein zentrales Gleichstellungsthema, da Studien zeigen, dass Frauen nach wie vor einen deutlich höheren Anteil an Care- und Organisationsarbeit tragen und dadurch sowohl im beruflichen als auch im privaten Alltag stark belastet sind.
Ein Schwerpunkt lag auf der Diskrepanz zwischen dem angestrebten 50:50-Ansatz und der tatsächlichen Praxis. In interaktiven Diskussionen erarbeiteten die Teilnehmenden Strategien zur fairen Aufgabenverteilung, verbesserten Kommunikation und zur Entlastung im Alltag. Der Vortrag sensibilisierte für den Mental Load und bot praxisnahe Impulse für eine ausgewogenere Aufgabenteilung im privaten und beruflichen Kontext.
Am letzten Dienstag, den 2. Dezember 2025, lud der Familienservice der TU Clausthal gemeinsam mit der Mensa und der Beratungsstelle des Studierendenwerkes OstNiedersachsen zur traditionellen Weihnachtsbackaktion ein. Über 100 kleine und große Teilnehmer:innen folgten der Einladung und stimmten sich beim Backen und Basteln kreativ auf die Adventszeit ein.
Ein besonderer Programmpunkt war zudem die Babybegrüßung, bei der zehn neue Mitglieder der TU-Familie von Frau Schenk-Mathes in ihrer Funktion als Vizepräsidentin für Gleichstellung, Internationales und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses herzlich willkommen geheißen wurden. Die Veranstaltung setzt jedes Jahr ein deutliches Zeichen für die Familienfreundlichkeit der TU Clausthal und bietet gleichzeitig Gelegenheit zum gemeinsamen Austausch, Vernetzen und Genießen der Adventszeit.